Spät diagnostiziert — ADHS-Gruppe für Frauen

Diese Gruppe richtet sich an Frauen mit einer gesicherten ADHS-Diagnose und ist ganz auf den weiblichen Phänotyp ausgerichtet — und damit auf einen ADHS-Alltag, der von Maskierung, sozialen Erwartungen und hormonellen Rhythmen geprägt ist.

Eine ADHS-Diagnose im Erwachsenenalter wirft vieles auf: Erleichterung, endlich eine Erklärung zu haben — und zugleich Fragen, manchmal auch Trauer oder Wut über die vielen Jahre ohne Antwort. Gerade Frauen erhalten ihre Diagnose oft spät, weil sich ADHS bei ihnen anders zeigt: leiser, nach innen gerichtet, über Jahre überspielt und kompensiert. In dieser Gruppe treffen Sie Frauen, denen es ähnlich geht.

Wie die Gruppe arbeitet

In zwölf aufeinander aufbauenden Sitzungen verbinden wir verständliche Wissensvermittlung mit praktischen Strategien für den Alltag — und mit dem Austausch untereinander, der für viele der wertvollste Teil ist. Jede Sitzung beginnt mit einer kurzen Achtsamkeitsübung und einem Rückblick auf die vergangene Woche. Die Arbeit in der Gruppe ist bewusst druckfrei: Niemand muss sich rechtfertigen, wenn zwischen den Terminen etwas liegengeblieben ist. Denn das wiederholte Neu-Anfangen ist nicht das Versagen auf dem Weg zur Veränderung — es ist die Veränderung.

Die Themen im Überblick

Das Programm folgt einem bewussten Aufbau — vom Verstehen über das Annehmen und Steuern bis zum Erarbeiten eines eigenen, tragfähigen Werkzeugkastens:

Sitzungen 1–2

Verstehen & annehmen

Wir beginnen beim Verstehen: warum sich ADHS bei Frauen so anders zeigt — leiser, nach innen gerichtet, über Jahre maskiert — und deshalb oft erst spät erkannt wird. Auf dieser Grundlage ordnen wir die eigene Lebensgeschichte neu ein, mit allem, was dazugehört: Erleichterung durch neues Verstehen, Wut über verlorene Jahre und die Hoffnung, sich selbst nun anders begegnen zu können.

Sitzungen 3–4

Selbstwert & innere Überzeugungen

Viele Frauen haben sich jahrzehntelang bis zur Erschöpfung verbogen, um äußeren Erwartungen zu genügen — und daraus Überzeugungen entwickelt, die einem gesunden Selbstwert wenig zuträglich sind: „faul", „chaotisch", „zu sensibel", „zu viel". Wir spüren diesen tief sitzenden Zuschreibungen nach, lösen sie ab und richten den Blick auf die Stärken, die unter der jahrelangen Kompensation oft verborgen liegen.

Sitzungen 5–6

Energie, Reize & Erschöpfung

Das ständige Kompensieren und Mitfunktionieren kostet Kraft — bis zur Erschöpfung. Sie lernen, das eigene Aktivierungsniveau zwischen Reizüberflutung und Reizhunger früh wahrzunehmen und Überlastung vorzubeugen. Manche Wege, mit denen Frauen sich Ausgleich oder Anregung verschaffen, können schambesetzt sein — etwa ein bestimmtes Essverhalten oder das Suchen von Streit. Auch dafür ist in der Gruppe ein sicherer, wertfreier Raum.

Sitzungen 7–9

Alltag & Zyklus

Hier geht es ums Konkrete: Wege, ins Handeln zu kommen, statt in Aufschieben und Perfektionismus stecken zu bleiben, und Routinen, die zum eigenen Gehirn passen. Ein eigener Schwerpunkt gilt dem, was in den meisten ADHS-Angeboten fehlt: den hormonellen Schwankungen im Zyklus, in Schwangerschaft und Wechseljahren — Phasen, in denen sich die Symptomatik oft deutlich verändert und die vorausschauend geplant werden können.

Sitzungen 10–12

Gefühle, Beziehungen & Abschluss

Zum Schluss wenden wir uns dem Miteinander zu: emotionaler Intensität, dem Umgang mit Kritik und Zurückweisung, und der Frage, wie sich Entlastung in Familie, Partnerschaft und Beruf verhandeln lässt — bis hin zum Blick auf die eigenen Kinder, bei denen ebenfalls ADHS vorliegen kann. Am Ende steht Ihr persönlicher Werkzeugkasten und ein Plan, um dranzubleiben.

Der Rahmen

  • Zwölf aufeinander aufbauende Sitzungen
  • Donnerstagabends, wöchentlich
  • Geschlossene Gruppe: gemeinsamer Beginn und Abschluss
  • Feste Runde von 6–8 Frauen
  • Persönliches Vorgespräch vor Beginn
  • Was in der Gruppe besprochen wird, bleibt in der Gruppe

Willkommen sind Frauen mit einer gesicherten ADHS-Diagnose — unabhängig davon, ob diese in meiner Praxis oder andernorts gestellt wurde. Im persönlichen Vorgespräch klären Sie Ihre Fragen, und wir schauen gemeinsam, ob das Format zu Ihrer aktuellen Situation passt.

Sie möchten sich anmelden oder haben Fragen? Schreiben Sie mir eine E-Mail mit ein paar Sätzen zu Ihrer Situation — ich melde mich zeitnah bei Ihnen und wir vereinbaren ein Vorgespräch. Dort besprechen wir auch Termine, Kosten und Erstattungsmöglichkeiten.

Kontakt aufnehmen

Hinweis: Die Teilnahme setzt eine gesicherte ADHS-Diagnose voraus. Die Gruppe ist ein Beratungs- und Unterstützungsangebot und ersetzt keine individuelle Psychotherapie.